Sicher durch den Sommer: Hitzeschutz für die Leichtathletik-Praxis

  25.03.2026    WLV Top-News WLV Wettkampf Jugend Breitensport Kampfrichter Senioren BW-läuft News BW-Running Renningen Feuerbach Göppingen Reutlingen Sulz am Neckar
Im Rahmen der WLV-Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag, 21. März, zeigte Prof. Dr. Sven Schneider bei seinem Impulsvortrag konkrete Maßnahmen für Training und Wettkampf im Umgang mit Hitze auf.

Steigende Temperaturen, häufigere Hitzewellen und eine wachsende UV-Belastung stellen die Leichtathletik vor neue Herausforderungen. Als klassische Outdoorsportart ist sie in besonderem Maße betroffen, sowohl im Stadion als auch im bei Straßen- und Volksläufen.

Bei der Mitgliederversammlung des Württembergischen Leichtathletik-Verbands in Balingen rückte dieses Thema in den Fokus: Prof. Dr. Sven Schneider von der Universität Heidelberg zeigte in einem Impulsvortrag auf, welche Risiken bestehen und wie Vereine konkret darauf reagieren können.

Gesundheitsschutz rückt stärker in den Fokus

Outdoorsportlerinnen und -sportler gelten zunehmend als Risikogruppe im Klimawandel. Besonders Kinder und Jugendliche sind gefährdet, da sie empfindlicher auf Hitze und UV-Strahlung reagieren und Schutzmaßnahmen nicht immer eigenständig umsetzen.

Für Trainerinnen und Trainer sowie Verantwortliche in den Vereinen wird Gesundheitsschutz damit zu einer zentralen Aufgabe im Trainings- und Wettkampfalltag. Der WLV möchte hier Orientierung geben und dabei unterstützen, passende Lösungen für die eigene Praxis zu finden.

Risiken erkennen und richtig handeln

Die gesundheitlichen Risiken sind vielfältig. Akute Gefahren wie Sonnenstich oder Hitzschlag können im Extremfall lebensbedrohlich sein und erfordern schnelles Handeln. Gleichzeitig steigt durch längere Sonnenscheindauer und intensivere Strahlung das Risiko für Hauterkrankungen deutlich an.

Auch indirekte Auswirkungen spielen eine zunehmende Rolle. Längere Pollensaisons belasten Allergikerinnen und Allergiker stärker, während sich durch mildere Winter neue Infektionsrisiken durch Zecken oder invasive Mückenarten entwickeln. Hinzu kommen psychische Belastungen, etwa durch unsichere Wettkampfbedingungen oder kurzfristige Anpassungen im Veranstaltungsablauf.

Planung und Struktur werden entscheidend

Um diesen Entwicklungen zu begegnen, braucht es klare Strukturen und eine bewusste Planung. Hitzeschutz beginnt bereits bei der Organisation von Training und Wettkämpfen. Trainingszeiten sollten, wenn möglich, aus der Mittagshitze heraus verlagert werden, während bei Veranstaltungen ausreichend Schatten, Wasser und Rückzugsmöglichkeiten eingeplant werden müssen.

Auch organisatorische Abläufe gewinnen an Bedeutung. Wer etwa Einsatzzeiten von Kampfrichterinnen und Kampfrichtern oder Helfenden klug steuert, reduziert die individuelle Belastung deutlich. Gleichzeitig ist es wichtig, Teilnehmende frühzeitig zu informieren und ihnen Orientierung zu geben, etwa zu Versorgungsangeboten wie Getränkestellen oder Schutzmaßnahmen vor Ort.

Verhalten im Alltag bewusst anpassen

Neben strukturellen Maßnahmen spielt das Verhalten der Sportlerinnen und Sportler eine entscheidende Rolle. Ausreichendes Trinken, konsequenter Sonnenschutz und das Wahrnehmen von Warnsignalen des eigenen Körpers sind zentrale Voraussetzungen, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Vereine können hier aktiv unterstützen, indem sie entsprechende Angebote schaffen und gleichzeitig für das Thema sensibilisieren. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, dass Leistung und Gesundheitsschutz untrennbar zusammengehören.

Hilfreiche Materialien für die Praxis

Für die konkrete Umsetzung stehen bereits verschiedene Materialien zur Verfügung. Dazu gehört unter anderem der Muster-Hitzeschutzplan des Deutschen Olympischen Sportbundes, der eine Vielzahl an Maßnahmen und Checklisten für Veranstaltungen bündelt.

Solche Arbeitshilfen bieten Vereinen eine gute Grundlage, um eigene Konzepte zu entwickeln und Schritt für Schritt in die Praxis zu übertragen. Entscheidend ist dabei, das Thema nicht als einmalige Maßnahme zu verstehen, sondern dauerhaft in die Vereinsarbeit zu integrieren.

Impulse in die Vereine tragen

Der Impulsvortrag hat deutlich gemacht, dass Hitzeschutz im Sport zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Aufgabe besteht nun darin, die gewonnenen Erkenntnisse in die Fläche zu bringen und für den Alltag nutzbar zu machen.

Der Württembergische Leichtathletik-Verband versteht sich als Partner seiner Vereine, Kreise und Mitglieder und möchte dabei unterstützen, den Trainings- und Wettkampfbetrieb auch unter veränderten klimatischen Bedingungen sicher zu gestalten. Zur Orientierung und für die praktische Umsetzung stehen hilfreiche Materialien zur Verfügung:

Hier finden Sie praktische Hilfe zum Schutz vor Hitze und ihren Folgen:

Hitzeschutz im Sport (Planung & Veranstaltungen)
Der Muster-Hitzeschutzplan des DOSB bietet konkrete Checklisten und Maßnahmen für Training und Wettkampf – von Zeitplanung bis Versorgung vor Ort.: https://www.dosb.de/themen/sport-und-umwelt/klimawandel

Hitzeschutz einfach erklärt (für Trainerinnen & Sportlerinnen)
Die Plattform „Klima – Mensch – Gesundheit“ der BZgA bietet verständliche Informationen und praktische Tipps zum Verhalten bei Hitze: https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz

UV-Schutz im Trainingsalltag
Das Bundesamt für Strahlenschutz informiert kompakt über Risiken und geeignete Schutzmaßnahmen – besonders relevant für den Trainingsbetrieb im Freien: https://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/uv_node.html

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